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Best Practises zum Versand in die Schweiz

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International Delivery & Returns

Best Practises zum Versand in die Schweiz

Ina Kaifi · 3. April 2020 · 4 min read


Als einer der Top-Wachstumsmärkte bietet die Schweiz großes Potenzial für Ihr Cross-Border-Geschäft. Lesen Sie im Interview mit Peter Egger, Head of Sales Commerce beim Schweizer E-Commerce-Dienstleister MS Direct, was Sie beachten sollten.

1. Welche Möglichkeiten siehst du für Cross-Border-Händler, die ihr Geschäft in die Schweiz ausweiten?

Der Schweizer E-Commerce bietet wesentliche Vorteile. Wir haben für europäische Verhältnisse eine relativ hohe Kaufkraft, die mit dem verhältnismäßig hohen Einkommen und der niedrigeren Einkommenssteuer zusammenhängt. Außerdem ist die Mehrwertsteuer mit 7,7 Prozent gering.

Hier entstehen also für Händler von vorneherein höhere Margen gegenüber anderen europäischen Märkten. Außerdem haben Schweizer eine hohe E-Commerce-Affinität. Sie sind brand-orientiert, und besonders deutsche Marken sind bekannt – und beliebt.

Deutsche und Österreicher haben zudem den Vorteil, dass es im deutschsprachigen Teil der Schweiz keine Sprachbarrieren gibt. Da in der Schweiz außerdem Französisch und Italienisch gesprochen wird, ist der Markt auch für italienische und französische Online-Händler interessant. Allgemein lässt sich sagen: Für den Cross-Border-Handel ist die Schweiz enorm attraktiv.

„Same-Day- und Next-Day-Lieferung – das muss in der Schweiz nicht zwingend sein. Aber beachten Sie Vorlieben, wie zum Beispiel Zahlung per Rechnung, und geben Sie Kunden die Möglichkeit, in Schweizer Franken zu zahlen.“ Peter Egger, Head of Sales Commerce, MS Direct

2. Was müssen Händler über den Schweizer Markt und die Schweizer Kunden wissen?

Es gibt einige wesentliche Dinge, die man als Händler beachten muss. Ganz zentral ist natürlich das Verzollungsthema. Jedes Produkt, das in die Schweiz geliefert wird, ist deklarationspflichtig.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Währung. Es ist ratsam, Kunden in der Landeswährung bezahlen zu lassen. Das ist kein Muss, aber – und damit wären wir beim Schweizer Kunden: Er möchte natürlich am liebsten in Schweizer Franken bezahlen. Zu den Vorlieben gehört übrigens auch der Kauf auf Rechnung. PayPal und Sofortüberweisung werden nicht sehr häufig genutzt.

Eine weitere lokale Besonderheit: Schweizer sind an Preise in Fünferschritten gewöhnt, also zum Beispiel SFr. 12,95,- statt SFr. 12,99,-. Das klingt vielleicht zunächst nach unwichtigem Kleinkram. Aber ich denke, genau das sind die wichtigen Details, die dazu beitragen, den Kunden in den Shop zu holen, zum Kauf zu überzeugen und nachhaltig zu binden.

Denn er fühlt sich wohler so, und das trägt zur Kaufentscheidung maßgeblich bei. Darum empfehle ich Händlern, die ja in der Schweiz die Chance haben, von der Kaufkraft zu profitieren, auf die lokalen Kundenbedürfnisse einzugehen, um den Markt voll auszuschöpfen. Nach Möglichkeit sollten Händler den Online-Shop auch in den drei Landessprachen präsentieren. Von großer Bedeutung ist außerdem das Thema Versand.

3. Was ist charakteristisch für die Schweizer Carrier-Landschaft?

Die Schweizer Post ist der am weitesten verbreitete und am meisten akzeptierte Carrier bei Privatkunden. Auch DPD, DHL und UPS liefern in der Schweiz aus, meist allerdings im B2B-Bereich. Daneben gibt es seit letztem Jahr einen neuen Carrier in der Schweiz: den Last-Mile-Dienstleister Quickpac. Das Unternehmen ist an den Start gegangen, um eine Alternative zur Schweizer Post zu schaffen.

4. Gibt es sonst noch etwas Grundlegendes, das Händler beim Versand in die Schweiz beachten sollten, zum Beispiel in Hinblick auf Laufzeit und Versandkosten?

Der Trend, bei der Lieferung immer schneller und differenzierter zu werden, ist auch in der Schweiz angekommen. Allerdings bestehen die meisten Kunden nicht darauf, dass ihr Paket schon am nächsten oder sogar am gleichen Tag ankommt.

Gerade wenn ein Produkt aus dem Ausland kommt, ist ja nun einmal die Verzollung zwischengeschaltet, und das ist bekannt. Ich plädiere für ein gesundes Verhältnis zwischen Kauf und Lieferzeit. Das sind für mich etwa zwei bis drei Tage.

Die Zustellung am nächsten Tag ist für Schweizer tatsächlich etwas Besonderes. Zalando bietet diesen Dienst an. Aber der kostet dann eben auch eine entsprechende Versandgebühr. Zahlreiche Shops bieten Gratis-Lieferung an, besonders im Fashion-Bereich. Wir empfehlen E-Shops, sich zu diesem Thema an den Wettbewerbern zu orientieren.

5. Die Einfuhrbestimmungen stellen für Händler im Vergleich zu EU-Staaten eine Herausforderung dar. Wie genau sehen sie aus? Und wie können Händler sie meistern?

Die Herausforderungen sind bei uns ganz eindeutig gesetzlicher Natur. Grundsätzlich ist jeder Artikel deklarationspflichtig, denn die Waren verlassen ja die EU. Wir haben jedoch keinen wertbasierten Zoll, sondern man bezahlt auf Basis der Gewichte und Zolltarifnummern.

Das hat zur Folge, dass der Shop seine Produktdaten – Gewicht, Zolltarifnummer, Herkunftsland etc. – sehr gut pflegen muss. Zudem braucht es die Daten in digitaler Form dann für die Sammelverzollung.

Weiterhin ist das Ursprungsland der Ware relevant, also das Land, wo sie hergestellt wurde. Für Produkte, die außerhalb der EU produziert wurden, werden Zollabgaben fällig. Wenn die Ware in der EU produziert wurde und dem Schweizer Zoll ein Ursprungszeugnis vom Hersteller vorgelegt werden kann, werden keine Zollabgaben erhoben. Händler sind zudem der Mehrwertsteuer unterstellt und bezahlen diese zum Zeitpunkt des Importes als Vorsteuer.

„Händler sollten genau so liefern, wie es den Schweizern vertraut ist. Das ist ein ganz wichtiger Punkt.“ Peter Egger, Head of Sales Commerce, MS Direct

6. Wodurch können Shops sich einen Marktvorteil verschaffen?

Zum einen über die Preise ihrer Produkte. Als deutscher Händler hat man ja ganz andere Einkaufskonditionen und deshalb die Möglichkeit, die Ware etwas günstiger anzubieten.

Auch das Sortiment macht eine Menge aus – hier sollten Händler sich gezielt schlaumachen, was in der Schweiz nachgefragt ist. Der Markt ist stark preis- und sortimentsgetrieben, es geht um Angebot und Verfügbarkeit. Wenn Shops eine Nische füllen können, sind sie ganz weit vorn. Einen Vorteil haben sie auch, wenn sie lokales Marketing betreiben. Und Händler sollten sich mit den Kauf- und Liefergewohnheiten des Schweizer Kunden im Detail auseinandersetzen. Das ist ein ganz wichtiger Punkt.

FAQ

Frequently asked questions

Welche Zahlungsgewohnheiten sollten Online-Shops beim Versand in die Schweiz beachten?

Schweizer Kunden bevorzugen den Kauf auf Rechnung deutlich gegenüber Alternativen wie PayPal oder Sofortüberweisung. Zusätzlich ist eine lokale Preiskonvention in Fünferschritten üblich – etwa CHF 12,95 statt CHF 12,99 – ein Detail, das die Kaufbereitschaft messbar beeinflussen kann.

Welche Liefergeschwindigkeit erwarten Schweizer Kunden tatsächlich?

Eine Lieferzeit von 2–3 Tagen gilt in der Schweiz bereits als ausreichend, Next-Day-Delivery wird als Besonderheit wahrgenommen. Online-Shops müssen also nicht zwingend in teure Express-Logistik investieren, um Schweizer Kunden zufriedenzustellen.

Was müssen Online-Shops bei der Zollabwicklung in die Schweiz besonders beachten?

Jedes Produkt ist deklarationspflichtig mit Angaben zu Gewicht, Zolltarifnummer und Herkunftsland. Dabei entfällt der wertbasierte Zoll zugunsten gewichtsbasierter Abgaben, und EU-Produkte mit gültigem Ursprungszeugnis können zollfrei eingeführt werden, während Non-EU-Produkte zollpflichtig bleiben.

Warum sollten Online-Shops ihre Produktdaten für den Schweizer Markt besonders sorgfältig pflegen?

Für eine reibungslose Sammelverzollung müssen Produktdaten digital und gewissenhaft vorliegen. Zusätzlich empfiehlt sich, den Shop in den relevanten Landessprachen der Schweiz verfügbar zu machen, um Vertrauen und Conversion zu steigern.

Wie unterstützt Seven Senders Online-Shops beim Versand in die Schweiz?

Mit automatisierten Verzollungslösungen für die Compliance mit Schweizer Bestimmungen, Zugang zu einem Carrier-Netzwerk aus Schweizer Post, DPD, DHL, UPS und Quickpac sowie einer zentralen API für nahtlose Systemintegration deckt Seven Senders den gesamten Versandprozess ab. Return Portal, Tracking, Notifications und PUDO Locator runden das Angebot für ein reibungsloses, lokal angepasstes Kundenerlebnis ab.

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